Praxisnachmittag zum Thema "Flüchtlingskinder im Ammerland – Was können wir tun?“

 

Die GEW Ammerland veranstaltete am Donnerstag, 07. Januar 2016 einen Praxisnachmittag zum Thema "Flüchtlingskinder im Ammerland – Was können wir tun?“ im Gesundbrunnen in Helle. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse fanden sich LehrerInnen aus dem Ammerland und umliegenden Kreisen ein, um sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Als Referentin konnte Uschi Bekaan, gewonnen werden. Sie ist die Klassenlehrerin der Deutschlernklasse an der Grundschule Rostrup.

Nach der Begrüßung durch Hermann Abels, den Vorsitzenden des GEW-Kreisverbands Ammerland, wurden die Rahmenbedingungen für den Unterricht mit Kindern ohne oder nur geringen Deutschkenntnissen vorgestellt.

In einer anschließenden Gesprächsrunde berichteten die TeilnehmerInnen über ihre Erfahrungen. Dabei wurde deutlich, dass in vielen Schulen die von der Landesregierung veranlassten Hilfen in Form von zusätzlichen Lehrerstunden noch nicht angekommen sind. Außerdem fühlen sich viele Lehrkräfte mit ihrer Aufgabe allein gelassen, da die angebotenen Fortbildungskurse überfüllt sind und somit von dieser Seite aktuell keine Hilfe zu erwarten ist.

Diese erste Hilfe erhielten die TeilnehmerInnen dann von Uschi Bekaan. Die Referentin stellte vielfältige Materialien vor und gab zahlreiche Anregungen für die Gestaltung des Unterrichts, die sich in der Praxis bewährt haben. Darüber hinaus wurde auch die psychische Situation erörtert, in der sich viele Flüchtlingskinder befinden.

Am Schluss der Veranstaltung wurde ein Fazit gezogen:

- Unterricht mit Kindern ohne oder nur geringen Deutschkenntnissen ist nur sinnvoll möglich, wenn Stunden für einen Förderunterricht zusätzlich zum Klassenunterricht zur Verfügung stehen.

- Dieser Förderunterricht sollte durch eine Person erteilt werden, die dann auch als Ansprechpartner dient.

- Die mit dem Förderunterricht betrauten Lehrkräfte benötigen zeitnah eine ausführliche Qualifizierung.

Ein erster Schritt zur Selbsthilfe wurde bei dieser Veranstaltung gegangen. Die TeilnehmerInnen tauschten ihre Kontaktdaten aus, um sich mit Hospitationen und Tipps unterstützen zu können. Die GEW Ammerland wird sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen einsetzen.